Wo regieren Mord und Totschlag?

Aktuelle Statistiken sprechen eine klare Sprache: Der gefährlichste Ort der Welt ist Caracas. In der Hauptstadt Venezuelas gibt es jährlich fast 120 Tötungsdelikte auf 100.000 Einwohner, das ist die weltweit höchste Mordrate außerhalb der Kriegsgebiete. In Deutschland liegt die Mordrate unter einem Delikt pro 100.000 Einwohner. Eine “Gewaltepidemie” liegt laut der Weltgesundheitsorganisation WHO vor, wenn der Wert 10 überschritten wird.

Mordraten weltweit

Ein Großteil der gefährlichsten Städte liegt in Lateinamerika. Venezuela, Honduras, El Salvador sind ganz vorne mit dabei, auch Mexiko, Brasilien und Kolumbien sind vertreten. Betrachtet man die Mordraten für ganze Regionen, so liegen Mittel- und Südamerika auf dem zweiten Platz, gefolgt von der Karibik. aber in Jamaica sind Morde rückläufig, dort zeigt die Verbrechensbekämpfung Wirkung. Weiterhin unverändert auf dem ersten Platz liegt Südafrika.

Venezuela

Das Land ist ein paradoxes Beispiel. Obwohl die Lebensbedingungen für die Bevölkerung besser werden, geht die Mordrate nicht zurück wie in Kolumbien, sondern steigt weiter an. Sicherheitskräfte sind wenig präsent und meist korrupt, der Staat zeigt sich in diesem Bereich extrem schwach. Das könnte die Ursache für Selbstjustiz sein.

Honduras

Die Drogenkartelle profitieren von der Korruption in Justiz und Verwaltung. Wenige Morde werden aufgeklärt. Erpressung, Mord und Bestechung sind das Tagesgeschäft.

El Salvador

Die Maras, wie die Jugendbanden genannt werden, sind ein großes Problem. Ganze Stadtviertel werden von diesen Gangs kontrolliert, Drogenhandel und Schutzgelderpressungen sind an der Tagesordnung. Die Maras jagen Polizisten und Soldaten geradezu, die auch in ihrer Freizeit Waffen zur Selbstverteidigung tragen dürfen. Es gibt aber auch paramilitärische Gruppen, die Jugendliche töten, die sie für Bandenmitglieder halten. Der Straßenkampf tobt.

Südafrika

Das Land leidet weiterhin unter dem Erbe der Apartheid, die Kultur der Gewalt scheint ungebrochen und hat ihre Wurzeln in Armut und Hoffnungslosigkeit. Die Zahl der Morde und Raubüberfälle steigt weiterhin an, die Zuwachsraten liegen bei etwa fünf Prozent. Es wäre nun endlich an der Zeit, gegen die Ursachen vorzugehen. Aber darauf muss das Land am Kap der Guten Hoffnung offenbar noch weiter warten.